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18.04.2010

Astrid Schrader (Deutsche UNO-Jugenddelegierte zur 63. UN-Generalversammlung)

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"Als Kind des Ruhrgebiets bin ich mit dem Streit um Kohlesubventionen, Verhandlungen um die weitere Nutzung still gelegter Zechen und Strukturwandel groß geworden. Das Thema Ost-West kannten wir nur aus den Erzählungen unserer Großmutter, die den Abend von Zeit zu Zeit mit ihren Abenteuern an der Grenze aufglockerte. Erst als ein Junge aus Leipzig in unsere Klasse kam, rückte dieser Teil der deutschen Geschichte vom Märchenhaften in die Realität. Als Grundschulkinder wunderten wir uns oft, weshalb unser Klassenkamerad 'vom Osten' redete; war für uns Leipzig doch eine Stadt wie jede andere auch in Deutschland.
Jahre später war ich als eine der UNO-Jugenddelegierten in allen Teilen Deutschlands unterwegs: Oft wurden wir von der Presse gefragt: 'Gibt es eigentlich regionale Unterschiede in den Forderungen junger Menschen?' Und eigentlich mussten wir fast jedes Mal antworten: 'Zumindest messbare Unterschiede sind uns bisher kaum aufgefallen: Chancengleichheit auf dem Bildungsmarkt, nachhaltige Entwicklung, Autonomie im Alltag sind Wünsche, die wir nicht allein im Osten wie im Westen, sondern auch im Süden wie im Norden angetroffen haben.' Mir scheint es oft, als sei gerade die junge Generation ein gutes Stück weiter, als ihre Eltern, denn auch wenn wir aus unterschiedlichen Städten kommen, so haben wir doch ähnliche Ziele."

Kurzvita

Astrid Schrader war eine der zwei deutschen Jugenddelegierten zur UN-Generalversammlung. Während ihrer Amtszeit war es ihre Aufgabe, nationale und internationale Jugendbelange in die UN-Resolutionsverhandlungen einfließen zu lassen. Bereits seit Jahren engagiert sie sich in der internationalen Jugendarbeit: Im europäischen Studierendenforum AEGEE hat sie zahlreiche Konferenzen und Trainings in allen Teilen Europas organisiert. Sie war europäische Vorsitzende der Arbeitsgruppe für Hochschulbildung und ist bis heute neben dem europäischen AEGEE-Trainerpool noch in verschiedenen Think Tanks tätig.