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19.01.2010

Anna: "Fußball ist mein Leben."

| Bild: | Anna Niessen ist leidenschaftliche Fußballspielerin. Seit vier Jahren spielt die 17-jährige Gymnasiastin in der Frauenmannschaft Sportfreunde 69. "Ich spiele dreimal die Woche und oft auch noch auf Sport- und Gemeindefesten am Wochenende. Wir sind im letzten Sommer bis auf den fünften Platz im Frauen-Fußballverband der Region aufgerückt", erklärt sie stolz.

Kein Wunder, dass Sport neben Biologie auch in der Schule ihr Lieblingsfach ist. Die Schülerin kommt nach den Sommerferien in die 12. Klasse des Hermann-Josef-Kollegs. Das private katholische Gymnasium gehört zum Salvatorianer-Kloster Steinfeld und liegt ziemlich einsam auf einer bewaldeten Anhöhe.

"Das ist hier nicht wie in der Stadt. Leider können wir außerhalb der Schulstunden nicht viel unternehmen, und müssen oft auf den Bus warten", meint Anna. Aber seit sie den Führerschein hat, fährt sie manchmal mit dem Auto ihrer Eltern zur Schule. Noch sitzt ihre Mutter dann neben ihr und fährt den Wagen wieder zurück nach Hause. Aber wenn sie 18 ist, darf sie das Auto sicher schon mal ausleihen. "Ich wohne zwar gerne hier, aber manchmal muss ich hier raus."

Wie alle Jugendlichen fährt das dunkelhaarige Mädchen mit der modischen Frisur gerne mit Freunden zum Chillen und Shoppen in die Stadt. "Mit dem Zug bin ich in einer halben Stunde in der nächsten und in einer Stunde in der übernächsten Stadt", erzählt sie. Am Wochenende fährt sie auch gern mal in die Universitätsstadt. Kein Wunder, dort studiert ihr Freund Max im zweiten Semester Maschinenbau. Mit Max war sie vor Kurzem auf dem Hurricane Rockfestival in dem norddeutschen Dorf Scheeßel, dort spielten ihre Lieblingsgruppen Maximo Park und Beatsteaks.

Natürlich reicht das elterliche Taschengeld nicht für solche Extratouren, zumal Anna auch so oft wie möglich ihre Fußballmannschaft in der Liga live erleben will. "Einen Nachmittag in der Woche arbeite ich im Supermarkt, Waren in die Regale räumen und so, damit ich flüssig bleibe", sagt sie. Die Gemeinde mit ihren elf Dörfern und 8.000 Einwohnern liegt dicht an der Grenze zu einem Naturpark und hat sich als Zentrum für Natur- und Umweltschutz einen Namen gemacht. In Anna Niessens Wohnort prägen beschauliche Fachwerkhäuser, Hecken und Streuobstwiesen das Dorfbild. Für Anna war es ganz selbstverständlich, schon in jungen Jahren bei Umweltaktionen mitzumachen, Müll von öffentlichen Anlagen zu sammeln und Äpfel für wohltätige Zwecke zu pflücken. Nach ihrer Kommunion war sie in der katholischen Kirche in ihrer Stadt aktiv.

Aber das ist jetzt vorbei. In zwei Jahren muss erst mal das Abitur über die Bühne gehen. Dann geht es zum Studium in die Stadt. "Wahrscheinlich studiere ich an einer Sporthochschule. Ich würde gerne Sporttherapeutin werden, die werden bei uns in den Kliniken gesucht." In die Stadt zu gehen findet sie spannend, aber ihr Herz hängt an ihrer Gemeinde.